Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 22.05.2019

ErzieherInnenberuf attraktiver machen!

Heute wird im NRW-Landtag über die Reform des Kinderbildungsgesetzes diskutiert. Dazu erklärt Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW:

"Die frühkindliche Bildung in Nordrhein-Westfalen befindet sich in einem dramatischen Zustand. Zu wenig Plätze im U3-Bereich, unpraktische Öffnungszeiten und zum Teil hohe Gebühren bringen Eltern zur Verzweiflung und erschweren massiv die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Große Gruppen, die von zu wenig Erzieherinnen und Erziehern betreut werden, senken die pädagogische Qualität.

Es ist daher gut, dass die NRW-Landesregierung nicht weiter tatenlos zusieht, sondern erste Schritte angekündigt hat, um diesen untragbaren Zustand zu verbessern. Eine grundlegende Reform des Kinderbildungsgesetzes bleibt allerdings aus. Dazu wäre es notwendig, den eklatanten Fachkräftemangel deutlich stärker in den Blick zu nehmen. Denn klar ist: Ohne Erzieherinnen und Erziehern ist weder ein weiterer Kita-Ausbau noch eine Verbesserung der Betreuungsqualität möglich. Wir erwarten daher von der Landesregierung ein tragfähiges Konzept, wie vorhandene Fachkräfte in NRW gehalten und neue hinzugewonnen werden können. Um die Attraktivität des Berufes zu steigern, brauchen wir mehr Ausbildungs- und Studienkapazitäten, eine Ausbildungsvergütung ab dem ersten Ausbildungsjahr und eine praxisintegrierte Ausbildung. Flächendeckende Tarifbindung, unbefristete Arbeitsverträge und kontinuierliche Angebote zur Weiterqualifizierung sollten selbstverständlich sein, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

In den ersten Lebensjahren werden die Weichen für ein erfolgreiches Leben in Gesellschaft und Beruf gestellt. Jetzt hat die Landesregierung die Möglichkeit, eine echte Reform umzusetzen. Diese Chance soll und darf sie nicht verpassen!"


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