Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 05.03.2021

Corona-Krise trifft Frauen besonders hart – durch die Krise kommen Frauen besser mit Tarifvertrag und Mitbestimmung

Die Corona-Krise trifft Frauen besonders hart. Darauf weisen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hin.

„Die Corona-Krise verschärft die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Vor allem Frauen arbeiten in systemrelevanten und zugleich unterbezahlten Berufen. In der Krise sind besonders sie von Einkommenseinbußen betroffen, die sie durch Freistellung, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit erfahren. Fast jede dritte abhängig beschäftigte Frau in NRW arbeitet ohnehin zu einem Niedriglohn – also unter 11,21 EUR die Stunde. Für sie führt Kurzarbeit häufig ins Jobcenter“, sagt Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW.

„Die Krise darf nicht zu einem dauerhaften Rollback der Geschlechterrollen führen. Frauen übernehmen besonders in der Pandemie den überwiegenden Teil der Haus- und Familienarbeit, reduzieren dafür ihre Arbeitszeit. Hier müssen wir aktiv gegensteuern. Um pandemiebedingte Schließzeiten von Kitas und Schulen überbrücken zu können, haben wir für einen auskömmlichen Lohnersatz gekämpft. Das erweiterte Kinderkrankengeld kann dazu ebenfalls beitragen. Wir brauchen aber eine tragfähige Regelung für den ganzen Pandemiezeitraum, um Eltern so viel Planungssicherheit zu geben wie möglich“, betont Graf.

„Am besten durch die Krise kommen Frauen aber ganz klar mit Tarifvertrag“, so die Gewerkschafterin. „In vielen Fällen wird das Kurzarbeitergeld durch tarifvertragliche Regelungen aufgestockt. Tarifverträge bringen höhere Gehälter, Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bessere Arbeitszeitregelungen und auch die Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen fällt kleiner aus. Daher muss die Tarifbindung gestärkt werden, vor allem in frauendominierten Branchen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um diese Arbeit endlich aufzuwerten. Und das ist schon lange überfällig.“

Auch Betriebs- und Personalräte sorgten für bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in den Betrieben und Arbeitsstellen, sagt Graf. „Ihre Rechte müssen aber gestärkt werden, um etwa beim Einsatz von Homeoffice auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern im Sinne der Beschäftigten verhandeln zu können.“ Auf diese Weise könne Homeoffice tatsächlich zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.


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