Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 30.04.2020
DGB NRW zu den Arbeitsmarktfolgen durch Coronakrise

Kurzarbeit hilft: Jetzt Kurzarbeitergeld aufstocken und Beschäftigung sichern

In NRW sind im März und April von Unternehmen und Betrieben 151.829 Anzeigen auf Kurzarbeit gestellt worden. Damit wurde Kurzarbeit für 2.153.521 Millionen Beschäftigte angezeigt. Die Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum Vormonat um 69.846 arbeitslos gemeldete Menschen auf 718.033 Personen.

Dazu sagt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW:

„Nie zuvor gab es so viel Kurzarbeit in der Arbeitsmarktgeschichte der Bundesrepublik. Die sehr hohe Zahl der Kurzarbeit hat neben der schlechten aber auch eine gute Seite – sie zeigt, dass sich Kurzarbeit als Instrument bewährt. Überall wo Kurzarbeit angemeldet wird, fallen Menschen nicht in Arbeitslosigkeit. Jobs werden erhalten. Der Damm Kurzarbeit hält, wir müssen alles dafür tun, dass er nicht bricht.

Es zeigt sich die Bedeutung der von der Bundesregierung beschlossenen Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld. Die Zahl der von Hartz IV betroffenen Menschen ist schon im April, wenige Tage nach Ausbruch der Krise, um 8,0 Prozent oder 35.251 Personen gestiegen. Wir befürchten einen massiven Anstieg in den Folgemonaten. Der DGB NRW bekräftigt daher seine Forderung an die Landesregierung, Unternehmen bei der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 Prozent zu unterstützen. Wir haben ein Konzept vorgestellt, dass das erreicht und monatlich nicht einmal ein Prozent des NRW-Rettungsschirms kosten würde.

Neben dem enormen Anstieg der Kurzarbeit ist auch die Arbeitslosigkeit bei uns in NRW im Vergleich zum Vormonat stark gestiegen. Land und Bund müssen weiter daran arbeiten, Vertrauen zu schaffen, auch in die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Dazu braucht es konjunktur- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und eine Stärkung der Finanzkraft unserer Kommunen. Es muss alles dafür getan werden, dass sich die Arbeitslosigkeit nicht verfestigt. Dazu zählt sowohl die Vorbereitung einer Weiterbildungsoffensive, als auch die Investition in neue Ausbildungsplätze. Außerdem kämpfen wir auch für den Erhalt bestehender Ausbildungsplätze. Jeder braucht eine Chance, auch nach der Krise am Arbeitsmarkt in Guter Arbeit wieder Fuß zu fassen. Das in der letzten Woche vom Bundestag beschlossene ‚Arbeit-von-morgen-Gesetz‘ muss hierzu seinen Beitrag leisten.“


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