Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 16.07.2021

DGB fordert Reform: „Die Krise ist ein Alarmsignal“

Corona in NRW – Tausende Minijobber*innen arbeitslos

Tausende von Minijobber*innen haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren, wie aktuelle Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen. Ende 2020 gab es in NRW 1.653.511 Minijobberinnen und Minijobber. Das sind rund 122.000 weniger als im Jahr davor. Vor allem im Handel, in der Gastronomie, bei der Lebensmittelherstellung, der Reinigung und in privaten Haushalten war ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

 

"Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobber*innen wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten", sagt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW. Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld. "Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein", beklagt Weber.

 

Besonders Frauen sind von dieser Entwicklung betroffen: Während rund 40.000 Männer ihren Minijob verloren haben, wurden 82.000 Frauen gekündigt. Minijobs werden überwiegend von Frauen ausgeübt. Auch über die aktuelle Krise hinaus bergen Minijobs Risiken: "Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden", fordert daher die Gewerkschafterin. "Wir kritisieren das ‚System Minijob‘ schon lange. Es braucht eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung."

 


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