Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 02.11.2016

DGB NRW: Ausbildungsgarantie muss endlich kommen

"Leider gibt es erneut keine guten Nachrichten vom NRW-Ausbildungsmarkt", erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW, zur heute veröffentlichten Bilanz für das vergangene Ausbildungsjahr. "Seit 2011 bleibt die Anzahl der unversorgten Jugendlichen konstant auf hohem Niveau. Über 23.000 Bewerberinnen und Bewerber haben auch in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz bekommen." Für die betroffenen Jugendlichen sei diese Situation eine Katastrophe. "Schließlich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung die entscheidende Voraussetzung für einen guten Start in die Arbeitswelt und ein gesichertes Leben."

Gewerkschaften fordern Ausbildungsumlage in NRW

Die Verantwortung dafür trügen vor allem die Unternehmen, die nach wie vor zu wenig Ausbildungsplätze zur Verfügung stellten. "Offensichtlich gelingt es nicht, auf freiwilliger Basis eine Kehrtwende herbeizuführen", so der DGB-Landeschef. "Daher fordern die Gewerkschaften, endlich die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Ausbildungsgarantie in die Tat umzusetzen. Wir bleiben dabei: Die Landesregierung muss die Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen und eine verbindliche Ausbildungsumlage einführen."

Die vom DGB ausgewerteten Zahlen stammen von der Arbeitsagentur. Zusammengezählt wurden alle Bewerberinnen und Bewerber, die im Ausbildungsjahr 2016 ohne Erfolg einen Ausbildungsplatz gesucht haben. Eingerechnet wurden also auch die Jugendlichen, die in sogenannten Warteschleifen die Zeit bis zur nächsten Ausbildungssaison überbrücken oder mangels Leerstelle weiter zur Schule gehen oder jobben.

Ausbildungsumlage Gutachten von Prof. Bodo Pieroth (PDF, 1 MB)

Professor Bodo Pieroth hat im Auftrag des DGB NRW ein rechtliches Gutachten erstellt, das im Oktober 2014 veröffentlicht wurde. Es zeigt, eine Umlage ist geeignet, um die Ausbildungsbereitschaft von Unternehmen zu erhöhen. Und sie ist rechtlich möglich.


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