Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 20.03.2020

Wirtschaft in der Corona-Krise: Sozialpartnerschaft darf kein Lippenbekenntnis bleiben

DGB fordert solidarisches Handeln gegenüber den Beschäftigten

Zu den aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen im Rahmen der Corona-Krise erklärt Anja Weber, Vorsitzende DGB NRW:

Beim Wirtschaftsgipfel mit Gewerkschaften, Arbeitnehmern und Politik hat sich gezeigt: Demokratie funktioniert. Gemeinsam arbeiten wir mit Hochdruck daran, dass die umfassenden Hilfeleistungen auch tatsächlich bei den Menschen ankommen. Wir erwarten, dass die Unternehmen nach diesen weitreichenden Zusagen der Landesregierung jetzt Fairness beweisen.

Dazu gehört insbesondere eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes durch Ergänzungsvereinbarungen, die jetzt schnell getroffen werden müssen. Hier gibt es schon gute Beispiele, aber ebenso viele Unternehmen und Verbände, die sich dagegen sperren. Für uns ist klar: Jetzt ist nicht die Zeit, die Sozialpartnerschaft auf eine harte Belastungsprobe zu stellen – wir müssen eng zusammenarbeiten, um die Auswirkungen der Krise für Beschäftigte so gering wie möglich zu halten. Wenn Arbeitgeber jetzt 100 Prozent der Sozialabgaben bei Kurzarbeit erlassen bekommen, ist es nur fair, dass sie einen Teil an die Beschäftigten weitergeben. Es darf nicht sein, dass der Staat für die Unternehmen in die Bresche springt und unsere Kolleginnen und Kollegen auf Sozialhilfe angewiesen sind! Auch dürfen Beschäftigte, die jetzt durch Kinderbetreuung aufgrund von Schul- und Kitaschließungen gebunden sind, keine Lohneinbußen haben. Hier müssen Politik und Arbeitgeber schnelle Lösungen finden.

In diesen Krisenzeiten zeigt sich besonders die Bedeutung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, um die Risiken für die Beschäftigten zu mindern. Schutzausrüstung und Hygienemaßnahmen sind unverzichtbar. Gerade diejenigen, die jetzt noch hinter den Kassen, auf der Straße und im Gesundheitswesen für unsere Versorgung und Sicherheit sorgen, müssen geschützt werden. Aber auch für alle anderen Bereiche muss der Gesundheitsschutz jetzt oberste Priorität haben – ein Dixi-Klo auf der Baustelle ist keine ausreichende Hygieneversorgung.


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