Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 30.09.2019

DGB NRW fordert landesweites Konzept zur Gewinnung von Fachkräften im Kita-Bereich!

Heute findet im NRW-Landtag die Anhörung zum Gesetzesentwurf der Landesregierung zum „Gesetz zur qualitativen Weiterentwicklung der frühen Bildung“ statt. Dazu erklärt Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW:

"Die Lage der frühkindlichen Bildung in Nordrhein-Westfalen ist dramatisch. Fehlende Plätze im U3-Bereich, regional hohe Gebühren, unpraktische Öffnungszeiten und hohe Ausfallzeiten stellen Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher täglich vor Schwierigkeiten und erschweren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusätzlich. Zudem gibt es einen deutlichen Personalmangel – bei steigendem Bedarf an Plätzen. Dass die Landesregierung deshalb die Initiative ergriffen hat, um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden, ist wichtig und richtig. Positiv zu nennen ist hier zum Beispiel das vorletzte beitragsfreie Kita-Jahr, das für viele Eltern eine Entlastung bedeutet. Mittelfristig muss es aber darum gehen, den Kitabesuch vollständig beitragsfrei zu stellen und anderen Bildungseinrichtungen wie der Schule anzugleichen.

Leider bleibt eine grundlegende Reform des Kinderbildungsgesetzes aus, die die Betreuungsqualität nachhaltig verbessert und das Fachkräfteproblem beherzt angeht. Besonders der unübersehbaren Fachkräftemangel muss stärker in den Blick genommen werden. Denn eines liegt auf der Hand: Ohne Erzieherinnen und Erzieher ist weder die wachsende Nachfrage zu bewältigen, noch die dringend notwendige Verbesserung der Qualität möglich. Selbst positive Neuerungen, wie beispielsweise die Festschreibung der Verfügungszeit, werden ins Leere laufen, wenn sie am wachsenden Personalbedarf scheitern. Hier muss die Landesregierung dringend gegensteuern.

Dafür muss sie ein solides Konzept vorlegen, wie neue Fachkräfte gewonnen und erfahrene Fachkräfte in NRW gehalten werden können. Die Attraktivität des Berufs muss dringend gesteigert werden: Durch eine Ausbildungsvergütung ab dem ersten Ausbildungsjahr, mehr Ausbildungs-, Studien- und Lehrkapazitäten, unbefristete Arbeitsverträge und eine festgeschriebene Tarifbezahlung.

Die frühkindliche Bildung ist entscheidend: In den ersten Lebensjahren legen wir den Grundstein für ein erfolgreiches Leben in Gesellschaft und Beruf. Gute frühkindliche Bildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit. Diese bedeutsame Aufgabe muss sich auch in der Wertschätzung der Kolleginnen und Kollegen ausdrücken, die diesen wichtigen Beruf ergreifen. Jetzt hat die Landesregierung die Möglichkeit, eine echte Reform umzusetzen und eine Initiative zur Fachkräftegewinnung zu starten. Diese Chance sollte die Landesregierung ergreifen."


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