Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 011 - 29.02.2012

DGB NRW: Jungen Menschen eine Perspektive geben - Übernahme nach der Ausbildung richtige Forderung

Anlässlich der heute veröffentlichen Zahlen zum NRW-Arbeitsmarkt erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW:

„Im Februar ist die Arbeitslosigkeit in NRW erneut gestiegen. Besonders betroffen sind junge Menschen in NRW, 73.230 der unter 25-Jährigen hatten im Februar kein Beschäftigungsverhältnis. Das sind 8 Prozent mehr als im Januar. Diese Entwicklung zeigt, dass die Forderung nach einer Übernahme nach der Ausbildung in den diesjährigen Tarifrunden genau richtig ist.

 

Wir wissen längst, dass Jugendarbeitslosigkeit nicht nur unqualifizierte Frauen und Männer betrifft. Selbst eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine noch höhere Qualifikation ist keine Garantie mehr für ein sicheres Beschäftigungsverhältnis. Vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels ist es aber unbedingt notwendig, dass Unternehmen ausbilden und anschließend die Auszubildenden auch übernehmen.

 

Wenig euphorisch stimmt auch die Entwicklung der Arbeitsbedingungen in NRW. Rund ein Viertel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in atypischen bzw. unsicheren Beschäftigungsverhältnissen tätig. Insgesamt verfügen derzeit noch nicht einmal drei Viertel der Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen über ein so genanntes Normalarbeitsverhältnis, d.h. über einen unbefristeten Vollzeitvertrag. Und auch der Niedriglohnsektor weitet sich immer weiter aus. Im Jahr 2011 mussten allein in NRW rund 300.000 Erwerbstätige neben dem Arbeitslohn noch SGB II-Leistungen beziehen, weil der erwirtschaftete Lohn zum Leben nicht ausreichte.

 

Wir fordern die Politik auf, der zunehmenden sozialen Spaltung endlich mit der richtigen Arbeitsmarktpolitik entgegenzuwirken. Dazu sind ganz konkrete Schritte notwendig. Wir brauchen einen flächendeckenden Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde, um sicherzustellen, dass Menschen von ihrer Arbeit leben können und keine weitere Unterstützung vom Staat benötigen. Für Leiharbeitnehmer muss endlich der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ gelten. Subventionen für Arbeitsplätze sollten zudem nur für dauerhaft existenzsichernde und sozial abgesicherte Beschäftigung gezahlt werden. Es macht keinen Sinn, Minijobs und Ein-Euro-Jobs auch noch staatlich zu fördern.“


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