Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 23.04.2020

DGB beruft Beirat „Konjunktureller Wiederaufschwung und Transformation“

Aktuell werden wichtige Weichen gestellt. Die Corona-Krise zeigt, dass die alleinige Rückkehr zur Normalität keine Lösung ist. Die schrittweise Lockerung der Kontaktsperren muss mit dem Lernen aus der Krise verbunden werden. Corona hat die soziale Ungleichheit verstärkt. Die Perspektive von guter Arbeit, Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit muss daher von Anfang an mitgedacht werden.

„Die Expertenräte von Land und Bund sparen die Perspektive von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern weitgehend aus“, sagt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW. „Der Griff in die neoliberale Mottenkiste und die Vorschläge zur Lockerung von Sonntagsöffnung und weiteren Arbeitnehmerschutzrechten sind ein Schlag ins Gesicht derer, die derzeit als Heldinnen und Helden gefeiert werden. Entscheidend ist jetzt: Wollen wir zurück in die krisenanfällige Normalität oder vorwärts und aus der Krise lernen?“

Um dringend notwendige Maßnahmen aus Sicht der Beschäftigten zu beschreiben, beruft der DGB NRW einen „wissenschaftlichen Beirat für konjunkturellen Wiederaufschwung und arbeitsorientierte Transformation“, der heute zum ersten Mal zusammenkommt.

Wie kann die Konjunktur nach der Krise gestützt und gleichzeitig die weiter fortschreitende Transformation in NRW sozial, ökologisch und ökonomisch gut gestaltet werden? Welche Folgerungen ergeben sich daraus für Wirtschaft, Umwelt, Arbeit und Soziales in unserem Land? Und welche Maßnahmen haben sich bewährt, welche müssen verbessert werden?

Diese Fragen wird der Expertenrat künftig thematisieren, dem folgende Mitglieder angehören:

  • Prof. Dr. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung
  • Prof. Dr. Gerd Bosch, Research Fellow am Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg/Essen
  • Prof. Dr. Peter Hennicke, Senior Advisor am Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie
  • Prof. Dr. Beate Küpper, Stellvertretende Leiterin des Institutes SO.CON an der Hochschule Niederrhein

„Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mussten in den letzten Wochen viele Lasten schultern“, so Weber. „Gerade in den ‚systemrelevanten‘ Bereichen ist die Arbeitsbelastung hoch, bei anderen führt die Kurzarbeit zu Geldsorgen, wieder andere befürchten, sich am Arbeitsplatz aufgrund mangelnden Gesundheits- und Hygieneschutzes mit dem Corona-Virus anzustecken. Die Krise trifft uns in einer Zeit, in der ohnehin erhebliche Umbrüche aufgrund des Strukturwandels in NRW stattfinden und sie zeigt einmal mehr die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit. Hier braucht es Antworten der Landesregierung, was getan werden muss, damit auch die Beschäftigten gut durch die Krise und die Transformation kommen. Ich freue mich, dass wir im Beirat namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versammeln konnten, die fundierte Hinweise zur Bewältigung der Krise beisteuern können.“


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