Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 11.04.2019

Nächster Versuch der Landesregierung, die Arbeitsbedingungen in NRW zu verschlechtern

Universitätsbibliothek

DGB/Simone M. Neumann

Per Gesetz wollen die Regierungsfraktionen dafür sorgen, dass städtische Bibliotheken in NRW künftig auch sonntags geöffnet haben. Der Entwurf wird heute in den Landtag eingebracht. Dazu erklärt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW:

"Nach der Liberalisierung der Sonntagsöffnungen im Einzelhandel und dem Versuch, das Arbeitszeitgesetz aufzuweichen, geht die Landesregierung nun den nächsten Schritt, um die Arbeitsbedingungen in NRW zu verschlechtern. Sonntagsöffnungen von Bibliotheken sind für die Bürger kaum ein Mehrwert und für die Beschäftigten von großem Nachteil.

Eine städtische Bibliothek ist eben nicht gleichzusetzen mit einem Museum oder Theater. Im Gegensatz zu einem Gemälde kann man ein Buch zwischen Montag und Samstag ausleihen und es sonntags gemütlich Zuhause lesen. Um den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu den Bibliotheken zu erleichtern, sind Sonntagsöffnungen daher unnötig. Vielmehr sollten Öffnungszeiten an Werk- und Samstagen sichergestellt werden, die es auch Berufstätigen erlauben, unkompliziert Bücher auszuleihen. Das ist gerade bei kleinen Bibliotheken häufig nicht der Fall, da Personal und finanzielle Mittel fehlen.

Ohne Not soll den Beschäftigten ihr Anspruch auf einen arbeitsfreien Sonntag streitig gemacht werden. Das ist in einer Zeit, in der Druck und psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt auf dem Vormarsch sind, völlig kontraproduktiv."


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