Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 02.03.2021

Arbeitsmarktzahlen zeigen: Betroffene nicht einfach in Hartz IV fallen lassen

Zur heutigen Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit erklärt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW:

„Die Pandemie trifft viele Beschäftigte hart, trotzdem erweist sich der Arbeitsmarkt weiterhin als weitgehend widerstandsfähig – auch weil Gewerkschaften für Unterstützungsmaßnahmen gekämpft und diese durchgesetzt haben. Die Kurzarbeit trägt als Brücke durch die Pandemie weiterhin und hilft, Jobverluste zu verhindern. Wir bekräftigen aber noch einmal unsere Forderung, die Betroffenen nicht einfach in Hartz IV fallen zu lassen. Die Landesregierung muss endlich ihren Rettungsschirm auch für die Beschäftigten aufspannen, durch ein Kurzarbeitergeld Plus oder eine Corona-Prämie.

Gleichzeitig verzeichnen wir einen gravierenden Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit um 33,5 Prozent; das sind 81.297 Menschen mehr als im Vorjahresmonat, die länger als 12 Monate arbeitslos sind. Aktuell kommt es in vielen Branchen nicht zu Neueinstellungen. Weil der Strukturwandel in der Krise nicht pausiert, müssen passende Angebote zur Qualifizierung und Weiterbildung gemacht werden. Von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind besonders Geringqualifizierte und Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Für sie braucht es jetzt eine Weiterbildungsoffensive. Eine schnelle Vermittlung führt besonders für Geringqualifizierte oft von einer prekären Situation in die nächste. Gerade aktuell muss daher Weiterbildung vor Vermittlung gehen. Das ist auch angesichts des Fachkräftebedarfs in NRW für das Land von vitalem Interesse. Dazu braucht es auch ein verbessertes und größeres Angebot um Berufsabschlüsse nachzuholen. Wir fordern dazu die Landesregierung auf, im Bundesrat initiativ zu werden für die Einführung eines monatlichen Qualifizierungsbonus für diejenigen, die sich auf eine Qualifizierung und Weiterbildung einlassen um zumindest einen gewissen Ausgleich für den damit einhergehenden Einkommensverlust zu ermöglichen.“


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