Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 03.05.2022

DGB NRW: Neue Landesregierung muss Langzeitarbeitslosigkeit konsequent angehen

Mit Blick auf die heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen fordert Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, mehr Engagement gegen Langzeitarbeitslosigkeit. „Die soziale Spaltung zu überwinden ist eine der dringendsten Aufgaben, die die neue Landesregierung angehen muss. Dazu gehört auch, die hohe Langzeitarbeitslosigkeit zurückzudrängen und den betroffenen Menschen eine Perspektive zu geben. Bei allen richtigen Diskussionen über den Fachkräftemangel dürfen wir die vielen Langzeitarbeitslosen nicht aus dem Blick verlieren.“ Die Zahl der langzeitarbeitslos gemeldeten Frauen und Männer liege immer noch rund 25 Prozent höher als vor der Pandemie, bei aktuell 303.006.

„Um Langzeitarbeitslosigkeit vorzubeugen, muss die Landesregierung dafür sorgen, dass jeder Jugendliche, der einen Ausbildungsplatz sucht, auch einen bekommt. Es ist ein Skandal, dass jeder 5. junge Erwachsene in NRW keine Berufsausbildung hat. Wir brauchen endlich eine Ausbildungsgarantie und einen umlagefinanzierten Zukunftsfonds Ausbildung.“ Gleichzeitig müsse das Angebot für Geringqualifizierte weiter verbessert werden. „Die Initiative Wiedereinstieg von Minister Laumann ist ein Schritt in die richtige Richtung, weitere müssen folgen“, so Weber. Das Land und die Arbeitsagentur sollten jetzt Sonderprogramme auflegen, die eine passgenaue Qualifizierung ermöglichen. „Geringqualifizierte brauchen zum Beispiel auf sie zugeschnittene Coachings, eine bessere finanzielle Unterstützung während der Qualifizierungsphase oder Hilfe bei der Kinderbetreuung.“ Und auch der soziale Arbeitsmarkt in NRW müsse ausgebaut und verstetigt werden, fordert die DGB-Vorsitzende.


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