Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 056 - 07.10.2010

DRK-Präsident vor Vertrauensverlust gewarnt - Betriebsräte prüfen Absage von Blutspendeterminen

In den Tarifkonflikt zwischen ver.di NRW und dem DRK-Blutspendedienst West haben sich der Deutsche Gewerkschaftsbund und mehrere Einzelgewerkschaften aus Nordrhein-Westfalen eingeschaltet. Sie warnen vor der Ausbreitung von Dumping-Löhnen im Bereich des DRK.

In einem Schreiben an DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters warnt DGB-NRW-Chef Andreas Meyer-Lauber das gemeinnützige Unternehmen vor einem Vertrauensverlust: "In NRW läuft das DRK aktuell Gefahr, das Vertrauen zumindest bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu verspielen". Er appellierte an Seiters, seine Erfahrungen und Ratschläge als ehemaliger Bundesinnenminister an die Geschäftsführung des Blutspendedienstes weiterzugeben und das Vertrauen in das DRK als Wohlfahrtsverband mit hohem öffentlichem Ansehen zu stärken.

Nach Angaben des IG Metall-Bezirksleiters Oliver Burkhard prüfen Betriebsräte der Metallindustrie, "inwieweit sie über die Absage von DRK-Blutspendeterminen mit darauf hinwirken können, dass für die Beschäftigten des DRK-Blutspendedienstes ein ordentliches Tarifniveau gesichert wird".

Auch der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Reiner Hoffmann, schrieb dem DRK-Präsidenten Rudolf Seiters, die Auseinandersetzung zwischen ver.di und dem DRK-Blutspendedienst West habe "für alle DGB-Gewerkschaften eine herausgehobene Bedeutung".

Das Blutspendeunternehmen mit Standorten in Ratingen-Breitscheid, Münster und Hagen versorgt Krankenhäuser mit Blutkonserven und verkauft größere Mengen Blutplasma an die Pharmazeutische Industrie.


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