Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 048 - 27.08.2012

DGB NRW stellt Rentenreport 2012 vor: Altersarmut in NRW verhindern!

Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW, und Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW, haben heute in Düsseldorf den ersten Rentenreport des DGB NRW vorgestellt. „Auf Grundlage des Datenmaterials der Deutschen Rentenversicherung Rheinland haben wir einen Bericht erstellt, der interessante und vor allem erschreckende Erkenntnisse über die Rentenentwicklung in Nordrhein-Westfalen bietet“, erklärte Meyer-Lauber. "Die Renten sinken stetig und vor allem Frauen sind schon jetzt von Armut im Alter betroffen.“ So sei die durchschnittliche Altersrente bei Männern von 1.050 Euro im Jahr 1996 auf 975 Euro im Jahr 2011 gefallen. Die durchschnittliche Rente von Frauen läge mit 491 Euro sogar 185 Euro unter der Grundsicherung, also dem Existenzminimum.

„Ein wichtiger Grund für die negative Entwicklung sind die strukturellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt“, ergänzte Dr. Sabine Graf. „Knapp ein Drittel der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler ist entweder geringfügig beschäftigt oder bezieht Arbeitslosengeld. Das bedeutet, dass fast jeder dritte Versicherte nur sehr geringe oder gar keine Rentenansprüche aufbauen kann und akut von Altersarmut bedroht ist.“ Eine Minijobberin, die im Monat 400 Euro verdient, habe nach 16 Jahren Arbeit gerade mal einen Rentenanspruch von 52 Euro im Monat. Für eine monatliche Rente von 517 Euro müsste sie theoretisch über 165 Jahre arbeiten.“

„Die Ergebnisse des Reports zeigen, dass wir in die soziale Katastrophe schlittern, wenn nicht schnell und beherzt gehandelt wird“, resümierte Andreas Meyer-Lauber. „Daher stellen der DGB NRW und die Gewerkschaften vier Forderungen: Erstens müssen prekäre Arbeitsverhältnisse konsequent zurückgedrängt und die Minijobs reformiert werden. Es darf nicht sein, dass 2030 die staatliche Grundsicherung für ein Drittel der Rentnerinnen und Rentner zur Regel wird. Zweitens müssen die Arbeitsbedingungen so verbessert werden, dass weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wegen psychischer Erkrankungen frühzeitig ausfallen. Drittens brauchen wir mehr altersgerechte Arbeitsplätze. Das frühe Renteneintrittsalter vieler Menschen zeigt, dass arbeiten bis ins Alter in vielen Berufsgruppen gar nicht möglich ist. Und viertens muss die Finanzierung des Rentensystems nachhaltig gestärkt werden. Wir appellieren an die Bundesregierung, den Beitragssatz auf keinen Fall zu senken!“

Den Rentenreport finden Sie hier:

 

Der DGB-Bundesvorstand hat zudem ein Konzept vorgelegt, wie Renten auch in Zukunft gesichert werden können. Das Rentekonzept des DGB-Bundesvorstandes finden Sie hier.


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