Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 060 - 26.10.2010

DGB veröffentlicht Ausbildungsbilanz: Über 20.000 Ausbildungsplätze fehlen in NRW

Nach Recherche der DGB Jugend fehlen in NRW in diesem Jahr über 20.000 Ausbildungsplätze, um das Recht aller Jugendlichen auf Ausbildung zu verwirklichen.

" Wirtschaft und Landesregierung müssen nun zeigen, wie die versprochene Ausbildungsgarantie für Tausende von Jugendlichen eingelöst werden soll", so Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW heute in Düsseldorf.

Nach den Daten der Bundesagentur zum Ausbildungsmarkt in NRW stehen 2.787 unbesetzte Ausbildungsstellen nur mehr 3.253 unversorgten Bewerbern gegenüber. "Diese Zahlen sind jedoch – höflich formuliert - sehr unvollständig, wir brauchen endlich eine transparente Statistik und eine ehrliche Bilanz", so Meyer-Lauber weiter.

Zu addieren seien mindestens die Bewerber, die "mit Alternative zum 30.09." in der Statistik verzeichnet sind. In dieser Kategorie finden sich 20.200 Jugendliche, die sich faktisch in Warteschleifen befinden, jedoch weiterhin eine Ausbildungsstelle suchen. "Diese jungen Menschen finden wir im folgenden Jahr als Altbewerber auf dem Ausbildungsmarkt wieder" erläutert Antonia Kühn von der DGB Jugend NRW.

Die Statistik der Arbeitsagentur kann jedoch nur einen Teil der Realität abbilden. Viele Jugendliche melden sich gar nicht bei der Arbeitsagentur, Auf der anderen Seite gibt es auch viele Betriebe, die Auszubildende einstellen, ohne dass dies in den genannten Statistiken erscheint. Da dieser Anteil auf beiden Seiten offensichtlich zunimmt, hat die DGB Jugend NRW in ihrer Ausbildungsbilanz zum 30.09.2010 weitere Statistiken zur Beurteilung der Situation auf dem Ausbildungsmarkt in NRW hinzugezogen.

Diese Statistiken zeigen, so der DGB NRW weiter, dass drei von vier Betrieben in NRW von fertig ausgebildeten Fachkräften profitieren, ohne selbst auszubilden. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist von 2008 auf 2009 um 10.398 zurückgegangen. Dabei seien es vor allem die großen Betriebe, die sich aus der Verantwortung ziehen, während die Ausbildungsquote in kleinen Betrieben mit 9 Prozent recht hoch ist.

 


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