Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 049 - 30.08.2012

DGB NRW: Mehr Weiterbildungsangebote für Hartz-IV-Empfänger!

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen in Nordrhein-Westfalen erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW:

„Auf dem nordrhein-westfälischen Arbeitsmarkt herrscht eine verspätete Sommerflaute. Die Zahl der Arbeitslosen ist um 2.473 leicht gestiegen und liegt jetzt bei rund 750 250. Dabei erhöhte sich die Arbeitslosigkeit überwiegend im Bereich der Grundsicherung, es rutschten also mehr Menschen vom Arbeitslosengeld I in Hartz IV.

Vor diesem Hintergrund ist es fatal, dass die Bundesregierung die arbeitsmarktpolitischen Instrumente in den letzten Jahren deutlich gekürzt hat. Für Langzeitarbeitslose bedeutet das ein wesentlich schlechteres Angebot an Qualifizierung und damit geringere Chancen, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Das Ergebnis: Auf Qualifizierung von Hartz-IV-Empfängern wird immer häufiger verzichtet. Inzwischen ist die Chance, einen Ein-Euro-Job zugewiesen zu bekommen, für Hartz-IV-Empfänger mehr als doppelt so hoch wie die Teilnahmechancen an einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme.

Damit stellt die Bundesregierung die falschen Weichen. Anstatt Langzeitarbeitslosen die bestmögliche Unterstützung zu bieten und sie fit für eine sichere und fair bezahlte Beschäftigung zu machen, werden sie in 1-Euro-Jobs oder Minijobs abgeschoben. Das ist sowohl den Betroffenen als auch den Sozialkassen gegenüber ein Skandal.“


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