Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 26.11.2018

DGB NRW: Schulfach Wirtschaft geht an gesellschaftlicher Realität vorbei

Schule Uhr Tafel

Statt eines Schulfachs Wirtschaft brauchen wir mehr und bessere politische Bildung an nordrhein-westfälischen Schulen Kathrin Biegner/DGB NRW

Zur heutigen Pressekonferenz von Ministerin Gebauer zum "Schulfach Wirtschaft-Politik" erklärt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW:

"In Zeiten, in denen Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und rechtes Gedankengut wieder salonfähig werden, brauchen wir keinen Kniefall vor der Wirtschaft, sondern vor der Demokratie. Was nutzt es, wenn unsere Schülerinnen und Schüler demnächst zwar Aktienkurse interpretieren können, aber den Wert von Demokratie, Minderheitenschutz und europäischer Gemeinschaft nicht mehr verstehen und verteidigen? Gerade neue Kommunikationsformen und soziale Medien sind Herausforderungen für den demokratischen Diskurs, für die wir unsere Kinder wappnen müssen. Deshalb geht die Einführung eines Schulfaches Wirtschaft an allen weiterführenden Schulen vollkommen an der Realität vorbei. Stattdessen brauchen wir mehr und bessere politische Bildung an nordrhein-westfälischen Schulen.

Das bedeutet für uns keine Absage an ökonomische Inhalte auch im Fächerkanon allgemeinbildender Schulen. Der DGB befürchtet aber eine folgenschwere Entwicklung zu Lasten des Faches Politik und damit eine falsche Schwerpunktsetzung im Unterricht. Wer die politische Bildung zu Gunsten von Ökonomie reduziert, handelt fahrlässig."


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