Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 063 - 02.11.2010

DGB NRW: 7 von 10 Azubis geben ihrem Betrieb gute Noten Aber: Azubis arbeiten mehr als das Gesetz erlaubt

 1.650 Auszubildende wurden von der DGB Jugend NRW gefragt, wie zufrieden sie mit ihrer Ausbildung sind. 7 von 10 Azubis geben ihren Betrieben dabei gute Noten, aber 3 von 10 üben Kritik. Gut beurteilt werden vor allem kaufmännische Büroberufe und Berufe aus dem Bereich der Metall- und Elektroindustrie.

Fast jeder zweite Auszubildende in NRW macht jedoch regelmäßig Überstunden. Dies hat der aktuelle Ausbildungsreport der DGB Jugend NRW ergeben. "Zu viele Azubis werden als billige Arbeitskräfte ausgenutzt", so Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW, "da kommt die Ausbildung oft zu kurz."

 44 Prozent aller Auszubildenden arbeiten regelmäßig 40-45 Stunden in der Woche, 13 Prozent arbeiten mehr als 45 Stunden pro Woche. "Wir haben mit Erschrecken festgestellt, dass hinsichtlich der Arbeitszeiten sowohl das Jugendarbeitsschutzgesetz als auch das Berufsbildungsgesetz in erheblichem Umfang ignoriert werden", kritisiert Antonia Kühn von der DGB Jugend NRW.

Für alle Auszubildenden unter 18 Jahren gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz. Demnach sind bis zu 40 Stunden an 5 Tagen wöchentlich erlaubt. Fast ein Viertel aller minderjährigen Azubis hat in der DGB-Befragung jedoch angegeben, durchschnittlich mehr als 40 Stunden zu arbeiten. 7 Prozent geben an, mehr als fünf Tage pro Woche im Betrieb zu arbeiten.

 17 Prozent sagen, dass sie schon Zeiten des Berufsschulunterrichts im Betrieb nacharbeiten mussten. 5 Prozent geben sogar an, dass dies häufig oder immer geschieht. Auch dies ist ein Verstoß gegen geltendes Recht. Das Berufsbildungsgesetz schreibt vor, dass die Betriebe die Auszubildenden für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und an Prüfungen freizustellen haben.

Der DGB NRW fordert Landesregierung und Kammern auf, die Einhaltung der geltenden Gesetze besser zu überprüfen und Verstöße konsequent zu ahnden, dazu gehöre im Extremfall auch der Entzug der Ausbildungsberechtigung. Auszubildende sind aufgefordert, sich an ihren Betriebsrat oder die zuständige Gewerkschaft zu wenden, wenn die Arbeitszeitvorschriften nicht eingehalten werden.

 


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