Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 070 - 29.09.2011

DGB NRW: Langzeitarbeitslose ziehen den Kürzeren

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Nordrhein-Westfalen erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW:

„Es ist außerordentlich erfreulich, dass die Arbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen auf 7,8 Prozent gesunken ist und wir damit den niedrigsten Stand seit September 1992 verzeichnen können. Die Zahlen zeigen aber auch, dass einige Gruppen kaum von der positiven Gesamtentwicklung profitieren. Das gilt vor allem für die Langzeitarbeitslosen. Von den knapp 705.000 Arbeitslosen in NRW beziehen ein Viertel Arbeitslosengeld I und Dreiviertel  Arbeitslosengeld II. Während die Bezieher des Arbeitslosengeldes I gegenüber dem Vorjahr um 14,4 Prozent zurückgegangen sind, sind es bei den sogenannten Hartz-IV-Empfängern nur minus 3,1 Prozent.

Das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit löst sich in der guten Konjunkturlage offensichtlich nicht von allein. Die durch die positive Gesamtentwicklung frei werdenden Ressourcen sollten daher von der Bundesregierung genutzt werden, um Langzeitarbeitslosigkeit endlich wirksam zu bekämpfen. Damit der Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt gelingen kann, wären gezielte Investitionen in Qualifizierung und Beschäftigung für diese Personengruppe notwendig.

Die Bundesregierung fährt den Kurs in die entgegengesetzte Richtung: Die gerade von der schwarz-gelben Bundestagsmehrheit verabschiedeten arbeitsmarktpolitischen Instrumente sehen erheblich weniger Mittel zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit vor. Das ist den von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen gegenüber ebenso unverantwortlich wie gegenüber den Sozialkassen. Es bleibt zu hoffen, dass der Bundesrat bei seiner Entscheidung im Oktober die Reißleine zieht und das unsinnige Kürzungsprogramm verhindert.“


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