Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 001 - 03.01.2012

DGB NRW: Licht und Schatten auf dem NRW-Arbeitsmarkt – Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW, heute in Düsseldorf:

„2012 beginnt mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. So sind 0,8% mehr Menschen gegenüber dem Vormonat arbeitslos. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich aber gegenüber dem Vorjahr um knapp 6 Prozent verringert.

Leider gibt es aber viel zu viele Menschen in NRW, die von dieser Entwicklung nicht profitieren. So hat sich die Langzeitarbeitslosigkeit im Hartz IV-System trotz der relativ guten Konjunktur verfestigt. Es ist alarmierend, dass über die Hälfte aller arbeitslosen Hilfeempfänger/innen in Nordrhein-Westfalen bereits seit mehr als zwei Jahren ohne Beschäftigung sind. Die Annahme, dass bei sinkender Arbeitslosigkeit auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen automatisch zurückgehen wird, erweist sich als klarer Irrtum.

Die Bundesregierung scheint leider auf diesem Auge blind zu sein. Die durch die positive Gesamtentwicklung frei werdenden Ressourcen sollten genutzt werden, um Langzeitarbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen. Damit der Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt gelingen kann, wären gezielte Investitionen in Qualifizierung und Beschäftigung für diese Personengruppe notwendig. Davon ist aber nichts zu spüren. Das 'Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen von Arbeitslosen', das jüngst von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde, ist reiner Etikettenschwindel. Es enthält keine einzige innovative Maßnahme zur Verbesserung der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen.

Aber auch diejenigen, die Arbeit haben, sind nicht zwangsläufig auf der Gewinnerseite. Während Minijobs, Teilzeit und Leiharbeit seit der Wirtschaftskrise deutlich zugenommen haben, hat sich die Zahl der unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Vollzeittätigkeiten verringert. Wir fordern von der Politik, dass sie diesem Trend aktiv gegensteuert, anstatt sich auf der sinkenden Arbeitslosigkeit auszuruhen. Wir brauchen endlich mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt.“


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