Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 31.05.2022

DGB NRW zu Ausbildungszahlen: Neue Landesregierung muss Ausbildungsgarantie auf den Weg bringen

Anlässlich der heute veröffentlichten Ausbildungszahlen fordert Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, von der neuen Landesregierung eine Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen:

„Wir begrüßen die positive Entwicklung auf dem NRW-Ausbildungsmarkt. Laut der offiziellen Zahlen stehen den 89.256 Bewerber*innen 100.150 offene Stellen gegenüber. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiterhin in bestimmten Regionen in NRW einen Mangel an Ausbildungsplätzen gibt. Insbesondere im Ruhrgebiet oder auch im Bergischen Land gibt es nach wie vor kein auswahlfähiges Angebot für die jungen Menschen. Wir wissen zudem, dass immer mehr Jugendliche durch das Raster fallen und in der Statistik gar nicht auftauchen. Obwohl die Anzahl der Schulabgänger*innen fast konstant bleibt, sinkt die Anzahl der Jugendlichen, die sich um einen Ausbildungsplatz bewerben überdurchschnittlich. Bei vielen von ihnen wissen wir gar nicht, wo sie verblieben sind. Was wir aber wissen: Schon jetzt hat fast jeder fünfte junge Erwachsene in NRW keine Berufsausbildung. Diese Quote droht weiter zu steigen.

Wir brauchen daher dringend eine Ausbildungsgarantie in NRW. Jeder Jugendliche, der eine Ausbildung möchte, muss auch eine bekommen. Das von CDU und Grünen vorgelegte Sondierungspapier bleibt hier viel zu vage. Wir müssen endlich die Absichtserklärungen hinter uns lassen und zu einer verbindlichen Lösung kommen. Das bedeutet für uns: Eine Ausbildungsgarantie und einen umlagefinanzierten Zukunftsfonds Ausbildung, in den nicht-ausbildende Unternehmen einzahlen.“

Damit kein Jugendlicher verloren geht, müssten alle Schulabgänger*innen lückenlos erfasst werden, so Weber weiter: „Eine echte Ausbildungsgarantie wäre auch aus Sicht der Arbeitgeber ein Gewinn. Denn damit könnten wir dem vielbeschworenen Fachkräftemangel ein Stück weit entgegenwirken. Schließlich geht es in erste Linie darum, die vorhandenen unbesetzten betrieblichen Ausbildungsplätze zu besetzen.“ Darüber hinaus müsse es auch Angebote für Jugendliche geben, die am Markt nicht unterkommen – zum Beispiel, weil sie den Anforderungen der Arbeitgeber*innen nicht entsprechen.


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