Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 15.03.2019

DGB NRW: Endlich Equal Pay durchsetzen!

"Auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechtes sind wir von wahrer Gleichstellung noch weit entfernt", erklärt Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW, anlässlich des Equal-Pay-Days am 18. März. "Das liegt vor allem an den enormen Gehaltsunterschieden zwischen Frauen und Männern von rund 21 Prozent."

Hauptgrund für den Gender-Pay-Gap sei die hohe Teilzeitquote von Frauen, so Graf. Mehr als jede zweite Frau in Nordrhein-Westfalen habe ihre Arbeitszeit reduziert, bei Männern sei es nur jeder zehnte. "Hier zeigen sich die verkrusteten Rollenbilder: Nach wie vor ist Haus- und Familienarbeit vorwiegend Frauensache, während Männer ihre Energie in Beruf und Karriere stecken." Fakt sei: "Die Frauen ziehen dabei den Kürzeren. Sie haben weniger Geld zur Verfügung, sind abhängiger vom Partner und später häufiger von Altersarmut bedroht."

Aber selbst wenn beide einer Vollzeitarbeit nachgingen, klaffe eine Gehaltslücke, erläutert Graf. So betrug das mittlere Entgelt laut Bundesagentur für Arbeit bei vollzeitbeschäftigten Männern in NRW 3.464 Euro und bei Frauen lediglich 3.004 Euro. "Das erklärt sich daraus, dass typische Frauenberufe deutlich schlechter bezahlt werden als Männerdomänen. Dabei ist nicht nachvollziehbar, warum soziale, medizinische und kaufmännische Berufe geringer vergütet werden als technische Berufe." Und auch die gläserne Decke sei nach wie vor ein Problem. "Frauen haben immer noch schlechtere Aufstiegschancen. Das ist ein Unding."

Um dieser Ungerechtigkeit endlich ein Ende zu bereiten, sei neben einem kulturellen Wandel auch politisches Engagement gefragt. "Brückenteilzeit und Entgelttransparenzgesetz sind gute Initiativen der Bundesregierung, kommen aber leider zwei Drittel der Frauen gar nicht zugute." Viele Frauen arbeiteten in kleinen und mittleren Unternehmen, in denen diese Regelungen nicht gelten. "Hier muss die Politik nachschärfen und die Ansprüche auf alle Beschäftigten ausweiten - unabhängig von der Betriebsgröße." Darüber hinaus könnten selbstbestimmtere Arbeitszeiten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. "Mehr Arbeitszeitsouveränität, Homeoffice und mobiles Arbeiten können Frauen helfen, Kind und Karriere besser unter einen Hut zu bekommen."


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