Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 30.01.2014

DGB NRW: Sozialer Arbeitsmarkt schafft Perspektiven für Langzeitarbeitslose


Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Nordrhein-Westfalen erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW:

„Der NRW-Arbeitsmarkt ist nach wie vor in einer kritischen Verfassung. Trotz des milden Winters stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 5,2 Prozent. Damit sind rund 790.000 Menschen in NRW ohne Beschäftigung.

Mit 42 Prozent ist der Anteil an Langzeitarbeitslosen dramatisch hoch. Viele von ihnen sind seit mehreren Jahren ohne Perspektive und haben nur geringe Chancen, auf den ersten Arbeitsmarkt zurück zu finden. Im Ruhrgebiet ist die Situation besonders problematisch, hier sind inzwischen 47 Prozent der Arbeitslosen länger als 12 Monate ohne Beschäftigung. Und auch der Anteil der Hartz IV-Empfänger sollte uns alarmieren: In unserem Bundesland beziehen 71 Prozent aller Arbeitslosen lediglich Leistungen der Grundsicherung. Und auch hier ist das Ruhrgebiet Spitze: In Kommunen wie Dortmund und Oberhausen sind inzwischen über 80 Prozent aller Arbeitslosen auf Hartz IV angewiesen.

Es ist daher höchste Zeit, die Entwicklung eines sozialen Arbeitsmarktes beherzt in Angriff zu nehmen. Nordrhein-Westfalen muss ein Konzept entwickeln, in dem Langzeitarbeitslose durch Arbeit und Qualifizierung wieder an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt werden. Dieser soziale Arbeitsmarkt muss dabei so angelegt sein, dass er nicht zu einem Abbau von regulären Arbeitsplätzen führt. Vielmehr sollten vor allem öffentliche Aufgaben erledigt werden, die aufgrund der schwierigen Finanzlage der Kommunen seit langem vernachlässigt werden.“


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