Deutscher Gewerkschaftsbund

01.07.2014

Industrie 4.0 und die Zukunft der Industriearbeit

DGB NRW und MTM laden ein zum Praxis-Wissenschafts-Dialog am 30.06.2014 am Campus Aachen

Gruppenfoto

Frank Steinwender, TBS NRW

Die Vision einer vernetzten industriellen Fertigung bestimmt derzeit die Debatte über die Trends in der Produktionstechnik und die Fabrik der Zukunft. Unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ wird eine bereits stattfindende Entwicklung verstanden, welche Informations- und Kommunikationstechnik, Produktion und Dienstleistung in den Unternehmen auf neuartige Weise vernetzt.

Auch wenn Vieles von dem, was unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ diskutiert wird, derzeit noch Zukunftsmusik ist, birgt die Fusion von Produktion und IT-Welt das Potential, die Art und Weise, wie wir heute produzieren und arbeiten, grundlegend zu verändern. Ein vernetztes und digitalisiertes Produktionsumfeld bietet den Beschäftigten Chancen und Risiken. Daraus entsteht ein immenser Gestaltungsbedarf. Dieser Umbruch wird nicht von heute auf morgen geschehen, so der Arbeitskreis Industrie 4.0. Diese Zeit gilt es zu nutzen.

Welche Rolle spielt der Mensch in der Industrie 4.0? Welche Auswirkungen hat die Umsetzung solcher Konzepte auf das Angebot an Arbeitsplätzen? Wie wird die Arbeit organisiert werden? Gibt es für Un- und Angelernte noch einen Platz in der neuen Welt und wie organisieren wir den Übergang?  

Auf Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bezirk NRW und der Deutschen MTM-Vereinigung e.V. trafen sich am 30.6.2014 in Aachen Experten aus Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Ingenieurwissenschaft, arbeitsorientierter Beratung und gewerkschaftlicher Bildungsarbeit zu einem spannenden Informations- und Meinungsaustausch zu wichtigen Fragen rund um den Aspekt des Menschen in der Industrie 4.0.

Aus Sicht der Industriegewerkschaft Metall beschrieb Gabi Schilling „Industrie 4.0 und die Folgen für zukünftige Industriearbeit“. Claudius Riegler vom DLR-Projektträger des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellte den Teilnehmern „Industrie 4.0 aus der Sicht der Projektförderung des BMBF“ vor. Einen Einblick in aktuelle Forschungsaktivitäten gab Thomas Mühlbradt von der Deutschen MTM-Vereinigung unter dem Titel „Engineering lernförderlicher industrieller Arbeitssysteme für die Industrie 4.0“.

Der Dialog zwischen Sozialpartnern, Ingenieurwissenschaften und Praktikern verlangte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bereitschaft ab, sich auf eine andere Perspektive einzulassen. Es hat sich angedeutet, dass es lohnenswert sein kann, die in NRW bislang oft getrennt voneinander existierenden Diskussionszusammenhänge zu verknüpfen und so dem Thema „Industrie 4.0 und Zukunft der Industriearbeit“ eine größere Tiefenschärfe zu verleihen. Schlagworte müssen in konkrete Gestaltungsansätze übersetzt werden: Wie können Arbeitsplätze im Übergang zur Industrie 4.0 lernförderlicher gestaltet werden? Wie sieht die Arbeitsplanung in selbststeuernden Systemen aus? Und nicht zuletzt: Welche lohn- und leistungspolitischen Konsequenzen hat die Umsetzung von „Industrie 4.0“?  Nicht zuletzt werden auch neue Transferkonzepte benötigt, um in diesem technologiegetriebenen Feld wissenschaftliches Wissen, das relevant ist für Gestaltungsprozesse, schneller an die Adresse der handelnden Akteure in Unternehmen und regionaler Strukturpolitik zu bringen.

Nach Meinung aller Teilnehmenden soll dieser Praxis-Wissenschafts-Dialog für den Industrie- und Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen unbedingt fortgeführt werden.

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