Deutscher Gewerkschaftsbund

13.12.2013

DGB-Bezirkskonferenz: „Arbeit der DGB-Gewerkschaften in NRW erfolgreich“

 

Heute und morgen findet im Swissôtel in Neuss die 20. Bezirkskonferenz des DGB Nordrhein-Westfalen statt. Das Motto lautet Gute Arbeit. In NRW. Für NRW. In seiner Eröffnungsrede bezeichnete Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW, die Entwicklung der DGB-Gewerkschaften in Nordrhein-Westfalen als erfolgreich: „Wir haben es geschafft, die Talfahrt bei der Mitgliederentwicklung zu stoppen. Bei den jungen Leuten bis 27 Jahren und den Beschäftigten in den Betrieben können wir ein deutliches Plus verzeichnen. Das zeigt: Gewerkschaften sind für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder attraktiv. Sie haben verstanden, dass wir gemeinsam mehr erreichen können als wenn jeder nur für sich alleine kämpft.“ Seit 2011 sei es gelungen, wieder spürbare Einkommensverbesserungen in Tarifverhandlungen durchzusetzen. „Und auch in unserem Kampf gegen prekäre Beschäftigung sind wir ein Stück weitergekommen. Wir haben nicht nur in Tarifverträgen zum Beispiel für Leiharbeiter bessere Regelungen erstritten, wir haben auch politisch durchgesetzt, dass es ab 2015 endlich einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro geben wird.“

Die positiven Signale aus Berlin könnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage auf dem NRW-Arbeitsmarkt nach wie vor dramatisch sei, so Meyer-Lauber weiter. „Es wäre fatal zu glauben, dass nun die Zeit des Friedens und der Glückseligkeit für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angebrochen ist. Nach wie vor sind 745.000 Menschen in NRW arbeitslos. Von ihnen sind 72 Prozent schon längere Zeit ohne Job und beziehen deshalb Hartz IV.“ Vor diesem Hintergrund sei es alarmierend, dass die Unternehmen in diesem Jahr erneut weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt hätten. „24.000 junge Frauen und Männer haben 2013 in NRW keinen Ausbildungsplatz bekommen. Um diesem Zustand endlich ein Ende zu bereiten, gibt es nur eine Lösung: Wir brauchen eine Ausbildungsverpflichtung für Betriebe, damit jeder, der ausbilden kann, dieser Verantwortung auch nachkommt.“ Der DGB schlage eine regionale Ausbildungsumlage vor, in die alle Unternehmen, die Ausbildungsplätze verweigerten, einzahlen müssten.

„Auch bei der Energiewende bleiben wir weiter dran“, fuhr der DGB-Landeschef fort. „Leider kann man die alte Bundesregierung auf dieser Strecke nur als Versager bezeichnen. Ihr Zick-Zack-Kurs ist dafür verantwortlich, dass die Beschäftigten nun um ihre Arbeitsplätze bangen müssen.“ Nachhaltigkeit müsse aus Sicht der Gewerkschaften auch bedeuten, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht zu Verlierern der Energiewende würden. „Weniger CO2 und mehr gute Arbeitsplätze – auf diese Formel sollte sich die Energiewende bringen lassen.“ Die Chancen, dieses Ziel zu erreichen, seien gestiegen, auch durch die neue schwarz-rote Bundesregierung. „Diese Chance muss nun aber auch am Schopfe gepackt werden, wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.“

Um weiterhin erfolgreich zu sein, müssten die Gewerkschaften ihr Engagement für die junge Generation weiter vorantreiben, sagte Meyer-Lauber. „Wir brauchen einen neuen Blick auf die Bedürfnisse der jungen Frauen und Männer.“ Dazu gehöre eine Diskussion über Arbeitszeitmodelle, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. „Wir sollten den Menschen ermöglichen, ihre Arbeitszeit flexibler mit ihrer aktuellen Lebensphase in Einklang zu bringen.“ Außerdem kämen die Gewerkschaften nicht daran vorbei, sich stärker als bisher um die Studierenden zu bemühen. „Wenn bereits heute mehr Schulabgänger an die Hochschule als in die duale Ausbildung gehen, bedeutet das für die Gewerkschaften eine Zukunftsaufgabe.“ Und noch etwas nehme er sich für seine nächste Amtsperiode vor: „Wir werden unseren Daumen darauf haben, dass die im Berliner Koalitionsvertrag angekündigten Verbesserungen für die Arbeitswelt auch wirklich 1:1 umgesetzt werden.“

Weitere Informationen: Die Ordentliche Bezirkskonferenz des DGB NRW findet alle vier Jahre statt. Im Mittelpunkt stehen die Wahl des Vorsitzenden und seiner Stellvertreterin (1. Tag) und die Beratung und Verabschiedung von Anträgen (2.Tag). Zudem erwarten wir zahlreiche prominente Gäste. Nach der Eröffnung durch Andreas Meyer-Lauber wird heute Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu den 100 Delegierten sprechen. Es folgt die Rede des Vorsitzenden des DGB, Michael Sommer. Den zweiten Konferenztag werden wir mit einer Rede von Guntram Schneider, Arbeitsminister des Landes NRW, beginnen.


Nach oben