Deutscher Gewerkschaftsbund

31.12.2009

Jahrestagung 2009 im Zeichen von RUHR2010

Die Planer Harald Fritz von der "Planergruppe Oberhausen" und Dr. Hans-Peter Rohler von "foundation5 Landschaftsarchitekten" stellten die Projektideen und Pläne zur Umgestaltung der A 42 vor. Diese Autobahn im Herzen der Kulturhauptstadt verläuft in weiten Strecken im Emscherpark und tangiert viele Bereiche der Industriekultur.

Gemäß der alten Philosophie der Verkehrsplaner, durch grüne Mauern aus Bäumen und Sträuchern eine Ablenkung des Fahrers vom Verkehr vor ihm zu verhindern, sind diese Räume und Objekte von der Straße aus heute nicht wahrnehmbar.

Nach neuen Erkenntnissen ist es für die Verkehrssicherheit durchaus förderlich, Abwechslung in der Bilderfolge des Straßenrandes zu erzeugen. Zudem sind die Gehölzbestände und Lärmschutzanlagen an der A 42 in die Jahre gekommen, es besteht dringender Sanierungsbedarf. Dadurch entsteht die Chance, mit der Umgestaltung der A 42 die Industrielandschaft des Ruhrgebiets in ihrer Gesamtheit und Vielfalt auch von der Autobahn aus erlebbar zu machen. Die Neugestaltung der Straßenseitenräume, die Schaffung von Blickachsen und Öffnungen, die parkartige Umgestaltung der Auffahrten und bauliche Signale und Anlagen zur Vernetzung mit dem Umland sind vorgesehen. Für unsere Kollegen wurde schnell deutlich, dass dieses Projekt weit über diese Umgestaltung hinaus ein Signal setzt. Es markiert den Beginn eines neuen Verständnisses zwischen Stadtlandschaft und seinen Menschen.

Als zweites Fachthema wurden die sich aus den europäischen Artenschutz-bestimmungen ergebenden Auflagen und notwendigen Maßnahmen auf allen Planungsebenen besprochen. Am zweiten Tag stand die Arbeit in den Baukammern im Mittelpunkt. Dabei wurde mit großer Freude zur Kenntnis genommen, dass auch nach den Neuwahlen zur Ingenieurkammer Bau NRW in der Vertreterversammlung wiederum der Deutsche Gewerkschaftsbund mit gewählten Kollegen präsent ist.

Bei den Berichten aus den Gremien der Kammer hob der Kollege Michael Ferber in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Deutscher Architekten hervor, dass der Stiftung aus verschiedenen Quellen zusätzlich Mittel zufließen und sie von daher ihre positive Arbeit ausweiten kann.

Für das Jahr 2009 wurden zwei wichtige Termine geplant und vorbereitet:

Eine gemeinsame Reise mit Vertretern des Deutschen Gewerkschaftsbundes nach Wien mit Schwerpunkt moderne Architektur und sozialer Wohnungsbau.
Die traditionelle Sommerexkursion der Kollegengruppe am 15.08.09, diesmal nach Aachen.
Zum Abschluss wurden erste Verabredungen zur Vorbereitung der Wahlen zur Vertreterversammlung im Jahre 2010 getroffen. Das Ziel der gewerkschaftlich organisierten Architekten bei dieser Wahl ist ein deutlich verbessertes Ergebnis.

Gerade die aktuelle Diskussion um die Zukunft unseres Wirtschaftssystems macht deutlich, dass auch in der Zukunft starke Gewerkschaften ein wichtiges Element unserer sozialen und gesellschaftlichen Strukturen sein müssen.

Walter Neuling


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