Über 200 Teilnehmende bei großer Gedenkstättenfahrt der DGB-Jugend NRW
Landtagspräsident Kuper spricht bei Gedenkfeier in Birkenau
Landtag NRW/Melanie Zanin
Gemeinsam mit 200 jungen Menschen fand diese Woche die große Gedenkstättenfahrt der DGB Jugend NRW nach Krakau und Auschwitz-Birkenau statt. Viele Auszubildende wurden von ihren Betrieben extra für dieses wichtige Projekt freigestellt. Zentraler Bestandteil des Programms war die ausführliche Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nazi-Regimes in Konzentrations- und Vernichtungslagern. Nach Führungen im Stammlager Auschwitz und dem Außenlager Birkenau belegten die Teilnehmenden noch unterschiedliche Workshops. Die Themen reichten von der Bedeutung von Lagerkunst bis hin zu den Verbrechen gegen Sinti und Roma. An den weiteren Tagen beschäftigten sich die jungen Menschen aus allen Teilen NRWs mit dem jüdischen Leben im Krakauer Stadtteil Kazimierz und mit Krakau in der NS Zeit anhand des Ghettos in Podgorze, dem ehemaligen Arbeits- und Konzentrationslagers Plaszow.
Bei der Gedenkfeier in Birkenau wurde deutlich, warum diese Auseinandersetzung so wichtig ist:
DGB-Bezirksjugendsekretär Andreas Jansen ging in seinem Beitrag auf die besondere Beziehung zwischen dem DGB NRW und dem israelischen Gewerkschaftsdachverband Histadrut in Tel Aviv ein. Bereits 1961 waren es junge Gewerkschaftsmitglieder aus NRW und Israel, die die ersten Jugendaustausche zwischen Deutschland und Israel organisierten. „Dass kurz nach der Shoa junge Deutsche aus NRW sich auf dem Weg gemacht haben, um die Versöhnung mit Jüdinnen und Juden zu suchen und dies auch gelungen ist, ist Grundverständnis und Verpflichtung der gewerkschaftlichen Erinnerungskultur und unserem Kampf gegen jeden Antisemitismus, bis heute", so Jansen.
Die stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW Anke Unger zitierte in ihrem Beitrag den Holocaustüberlebenden Max Mannheimer: „Ihr seid nicht schuld an dem, was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht mehr geschieht.“ Außerdem betonte sie: „Als Gewerkschaften wissen wir: Demokratie und Menschenwürde sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen immer wieder gemeinsam erkämpft, geschützt und mit Leben gefüllt werden.“ Sie dankte den Teilnehmenden daher dafür, dass sie sich auf die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik eingelassen hatten.
Ein besonderer Dank geht an den Schirmherr dieser Fahrt, Landtagspräsident André Kuper, für seine klugen und bewegenden Worte bei unserer Gedenkfeier im Vernichtungslager Birkenau.
Bild oben:
Bei der Kranzniederlegung (v.l.n.r.): Andreas Jansen, Bezirksjugendsekretär des DGB NRW, André Kuper, Präsident des Landtags NRW und Anke Unger, stv. Vorsitzende des DGB NRW