DGB NRW: 101.500 Menschen auf Veranstaltungen zum 1. Mai in Nordrhein-Westfalen

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Unter dem Motto Erst unsere Jobs, dann eure Profite haben in Nordrhein-Westfalen bis zum Mittag rund 101.500 Menschen an Demonstrationen, Kundgebungen und Familienfesten des DGB zum Tag der Arbeit teilgenommen. Im Vorjahr 2025 waren es 89.000 Teilnehmer*innen gewesen. Insgesamt gab es in diesem Jahr rund 76 Veranstaltungen des DGB zum 1. Mai in NRW. 

 

Die landeszentrale Veranstaltung des DGB NRW fand heute in Mülheim statt (Teilnehmer*innenzahl um 13 Uhr: 1.500). Neben dem DGB NRW-Vorsitzenden Thorben Albrecht sprach bei der Kundgebung am Ringlokschuppen auch Ministerpräsident Hendrik Wüst. In seiner Rede forderte Thorben Albrecht mehr Engagement der Landesregierung, um den Wirtschaftsstandort zu stärken und den Abbau von Industriearbeitsplätzen zu stoppen: „Jeden Monat verschwinden in NRW mehrere tausend Arbeitsplätze in der Industrie. Wir brauchen einen Transformationsfonds, der Unternehmen unterstützt, wenn die Wirtschaft grüner und digitaler werden soll. Der ihnen hilft, Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten. Der sie aber auch antreibt, selbst zu investieren und innovativer zu werden.“ Es sei eine Unverschämtheit, dass Teile von Politik und Arbeitgebern versuchten, den Beschäftigten eine Mitschuld an der Krise zu geben, so der DGB NRW-Vorsitzende weiter. „Arbeitszeiten verlängern, Sozialstaat kürzen, Märkte entfesseln – das soll nun die richtige Medizin sein. Aber diese Medizin ist Gift. Für die Wirtschaft. Für die Gesellschaft. Für uns alle.“ Bei der Arbeitszeit sei ganz klar: „Acht Stunden Arbeit am Tag sind genug. Der 8-Stunden-Tag ist eine historische Errungenschaft der Arbeiterbewegung – den geben wir nicht her!“ Und auch beim Thema Rente und Gesundheit wichen die Gewerkschaften keinen Schritt zurück: „Gerade in unsicheren Zeiten brauchen die Menschen soziale Sicherheit. Deshalb sagen wir klar: Wir müssen den Kahlschlag beim Sozialstaat stoppen!“ Stattdessen bräuchte es Investitionen in Infrastruktur und Bildung, um die Wirtschaft wieder ans Laufen zu bringen. „Das verrückte ist: Das Geld dafür ist eigentlich da. Auf den Konten von Reichen und Superreichen. Bei denen ist von Krise keine Spur“, erklärte Albrecht. „Deshalb brauchen wir eine Vermögenssteuer, damit wirklich reiche Menschen dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft funktionieren kann.“ 

Die gesamte Rede von Thorben Albrecht finden Sie hier.

Einen Überblick über alle Maiveranstaltungen und Redner*innen in NRW finden Sie hier.

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