DGB-Stadtverband Mönchengladbach zum Equal-Pay-Day 2026: Frauen arbeiten bis zum 27. Februar unbezahlt und verdienen im Schnitt 16 Prozent weniger

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Ordnungsnummer PM 02

Frauen verdienen im Schnitt immer noch 16 Prozent weniger als Männer und arbeiten bis zum 27. Februar 58 Tage unbezahlt. Während Männer einen durchschnittlichen Bruttostundendienst im Jahr 2025 von 27,05 Euro verzeichneten, erhielten Frauen mit durchschnittlich 22,81 Euro insgesamt 4,24 Euro weniger. Rund zwei Drittel des Verdienstunterschiedes lassen sich laut Statistischem Bundesamt auf die Überrepräsentanz von Frauen in schlechter bezahlten Berufen sowie Teilzeit-Anstellungen begründen. 

„Eine Angleichung der Erwerbsarbeitszeiten von Frauen und Männern mit einer vollzeitnahen Teilzeit zum Beispiel hätte die größte Auswirkung auf eine Verringerung des Lohnabstands. Es setzt eine gleiche Verteilung von familiärer Fürsorgeverantwortung voraus, die Frauen bisher immer noch häufiger als Männer übernehmen. Dafür steigen sie ganz aus dem Erwerbsleben aus oder arbeiten Teilzeit. Die Gründe dafür sind anders als Teile der CDU uns erzählen, nicht der ,,Lifestyle‘‘, sondern tradierte Rollenstereotype und der Blick auf den Lohnzettel: Solange Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, nicht ihren Anforderungen entsprechend bezahlt werden, ist die Entscheidung vorprogrammiert“, erklärt Patrick Stock, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes Mönchengladbach. Der Gewerkschafter sieht die Bundesregierung in der Pflicht die Lohnlücke zu schließen und gegen die Ausweitung prekärer Beschäftigung vorzugehen.

 

Folgende Maßnahmen schlägt der DGB vor:

 

  • Lohngleichheit: Gleiche Bezahlung für gleiche und gleichwertige Arbeit  
  • Bessere Bezahlung von Frauen: frauendominierte Berufe und Branchen aufwerten, Tarifbindung stärken, Mindestlohn erhöhen
  • Mehr Frauen in Führungspositionen, bessere Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für (insbesondere teilzeitarbeitende) Frauen
  • Gleichberechtigte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen, bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie: Das schafft die Voraussetzung zur Weiterentwicklung des Entgelttransparenzgesetzes.
  • Reform der Minijobs hin zur sozialen Absicherung ab der ersten Arbeitsstunde.
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie insbesondere der Ausbau und Erhalt einer zuverlässigen Betreuungsinfrastruktur.
  • Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit steuerfinanzierter Entgeltersatzleistung.
  • Abbau aller Fehlanreize im Steuer- und Sozialrecht, die dem Aufbau einer eigenständigen Existenzsicherung von Frauen entgegenstehen. 

 

Der Equal Pay Day am 27. Februar markiert symbolisch den Tag, bis zu den Frauen unbezahlt arbeiten, während Männer bereits bezahlt werden. Rechnet man den Prozentwert von 16% in Tage um, arbeiten Frauen 58 Tage, vom 1. Januar bis zum 27. Februar 2026, unbezahlt.

 

Ziele des Equal-Pay-Day sind:

  • Reduzierung der Lohnschere in Deutschland
  • Schaffung gleicher Verdienstchancen
  • Schärfung des Bewusstseins für das Problem

 

Für diese Ziele hat der DGB-Stadtverband Mönchengladbach ein Zeichen gesetzt. Vor dem Rathaus Abtei in Mönchengladbach wurde die Equal-Pay-Day Flagge gehisst.

Foto: DGB. Von links: Patrick Stock, Stadtverbandsvorsitzender DGB Mönchengladbach, Gleichstellungsbeauftragte Sarah Günther und Oberbürgermeister Felix Heinrichs.

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