Lokaljournalismus ist keine beliebige Kostenstelle

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Ordnungsnummer 33

Der angekündigte Umbau der Regionalredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau ist mehr als eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. 57 tarifgebundene Vollzeitstellen entfallen. Beschäftigte müssen sich anschließend auf neu zugeschnittene Stellen bewerben – langjährige Berufserfahrung wird so plötzlich zum Bewerbungsverfahren.

Tjark Sauer, Geschäftsführer von ver.di Köln-Bonn-Leverkusen: „Digitalisierung darf nicht zum Etikett für Stellenabbau, Arbeitsverdichtung und Tarifflucht werden. Wer Strukturen verändert, muss Beschäftigte und ihre Interessenvertretungen einbeziehen. Mitbestimmung ist kein Hindernis, sondern Voraussetzung für eine sozial nachhaltige Transformation.“

Judith Gövert, Geschäftsführerin des DGB Köln-Bonn: „Hier geht es um mehr als Arbeitsplätze. Guter Lokaljournalismus ist demokratische Infrastruktur. Er kontrolliert Politik und Verwaltung, macht Entscheidungen transparent und gibt Menschen vor Ort eine Stimme. Dafür braucht es Journalist*innen mit Erfahrung, Ortskenntnis und gewachsenen Kontakten. Wenn diese Strukturen abgebaut und durch stärker automatisierte Prozesse ersetzt werden, müssen wir uns fragen: Wie viel lokale Öffentlichkeit wollen wir uns leisten – und welchen Wert hat uns guter Lokaljournalismus?“

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