Mieten in Düsseldorf in den letzten 10 Jahren um 51 Prozent gestiegen – DGB fordert Mietenstopp!

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Ordnungsnummer PM 12

„Wohnen darf kein Luxus sein – doch genau das wird es in Düsseldorf zunehmend", sagt Sigrid Wolf, DGB-Stadtverbandsvorsitzende Düsseldorf. „Die Mieten steigen rasant, während Löhne und Renten kaum hinterherkommen. Energiepreis-Schocks und Inflation verschärfen die Lage für viele Menschen zusätzlich. Die Bundesregierung hat die Chance verpasst, den Mieter*innen mit einem sechsjährigen Mietenstopp Luft zum Atmen zu verschaffen."

 

Dass es in Düsseldorf kaum bezahlbaren Wohnraum gibt, ist inzwischen über die Stadtgrenzen bekannt. Der DGB hat die Mietpreissteigerungen der letzten 10 Jahre ausgewertet. Kostete ein Quadratmeter 2016 noch 9,80 Euro, mussten Anfang 2026 bereits 14,81 Euro gezahlt werden*. Das ist ein Anstieg um 51 Prozent. Die Energiepreissteigerungen und die Inflation der letzten Jahre haben die Situation für viele Mieterinnen und Mieter zusätzlich verschärft.   „Wenn das so weitergeht, verlieren immer mehr Menschen ihr Zuhause oder werden aus ihren Vierteln verdrängt", betonte Annemarie Benke, DGB-Gewerkschaftssekretärin.

 

„Die Düsseldorfer Mieten kann sich keine Verkäuferin und kein Zugbegleiter mehr leisten. Lohnsteigerungen werden dadurch direkt wieder aufgefressen. Ein Mietenstopp allein reicht hier nicht aus.  Es braucht eine wirksame Mietpreisbremse sowie die Ahndung von Mietwucher, um den Wohnungsmarkt zu entlasten. Außerdem brauchen wir mehr öffentlichen und sozialen Wohnungsbau, am besten durch die Einführung einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit. Die Kommunen müssen zudem Investoren bei Neubauprojekten stärker auf das Gemeinwohl verpflichten. Bund, Länder und Kommunen müssen wieder stärker ihre Verantwortung als Anbieter von preiswertem, öffentlichem Wohnraum annehmen“, so Sigrid Wolf.

 

20 Jahre Brachfläche – wem nützt das eigentlich?

Vom 3. bis 5. Juli finden bundesweit Aktionstage für einen Mietenstopp statt. Im Rahmen dessen will der DGB auf ein besonderes Grundstück in Düsseldorf hinweisen: die Gerresheimer Glashütte. Vor fast 20 Jahren, im August 2005, schloss die Gerresheimer Glashütte nach 141 Jahren ihre Tore. Kurz darauf war klar: Auf dem rund 32 Hektar großen Gelände sollen Wohnungen entstehen. Bereits 2008 begann ein umfangreiches Planungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit. 2014 wurde der Masterplan überarbeitet, 2019 erneut angepasst. Trotzdem warten die Menschen in Düsseldorf bis heute auf den dringend benötigten Wohnraum. Das Glasmacherviertel ist deshalb mehr als ein Bauprojekt. Eigentümerwechsel, langwierige Verfahren und politische Auseinandersetzungen haben dazu geführt, dass bis heute dort kein Wohnraum besteht. Das Gelände steht sinnbildlich für viele weitere Grundstücke in der Stadt, die für Immobilienspekulationen genutzt werden und solange brach liegen. „Wer die Mieten wirksam begrenzen will, muss gleichzeitig dafür sorgen, dass bereits geplante Wohngebiete schneller entwickelt werden – mit einem hohen Anteil dauerhaft bezahlbarer Wohnungen. Wohnen ist ein Grundrecht und keine Geduldsprobe“, macht Annemarie Benke deutlich.

 

*Quelle: Die verwendeten Daten zur Mietpreisentwicklung stammen aus der empirica Preisdatenbank (VALUE Marktdaten) und bilden Angebotsmieten im Median ab – sie spiegeln die aktuelle Marktdynamik direkter wider als die Bestandsmieten.

 

Weitere Informationen zur Kampagne „Mietenstopp" unter: www.mietenstopp.de

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