Speira-Umzug: Bonn braucht endlich eine aktive Industrie- und Flächenpolitik

Datum

Ordnungsnummer 35

Die angekündigte Schließung des Werks der Firma Speira in Bonn-Auerberg trifft die Stadt Bonn hart. „Mit dem Verlust industrieller Arbeitsplätze verliert Bonn nicht nur Wertschöpfung und Gewerbesteuereinnahmen. Es droht auch, dass an einem historisch gewachsenen Industriestandort eine Brachfläche entsteht“, erklärt der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Rainer Bohnet.

 

Für den DGB ist das auch strukturpolitisch ein Warnsignal. „Wir können es uns nicht leisten, bestehende Industriearbeitsplätze zu verlieren und gleichzeitig keine ausreichenden Flächen für neue industrielle Arbeitsplätze bereitzustellen. Besonders bitter ist, dass das Speira-Gelände über einen eigenen Gleisanschluss verfügt und damit über eine Infrastruktur, die für eine nachhaltige gewerbliche und industrielle Nutzung ausgesprochen wertvoll ist.“

 

Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis haben zwar gemeinsame Konzepte für die Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen erarbeitet. In der Praxis fehlt es aber weiterhin an konkreten interkommunalen Projekten. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Entwicklung, wie dringend diese Flächen gebraucht werden: Bonn verfügt über kaum verfügbare Gewerbe- und Industrieflächen, während Unternehmen bereits ins Umland ausweichen.

 

Bohnet: „Das reicht nicht. Konzepte allein schaffen keine Arbeitsplätze. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis müssen endlich gemeinsam Flächen entwickeln und dabei industrielle Nutzung ausdrücklich sichern. Gerade als Dienstleistungsstadt braucht Bonn auch industrielle Arbeitsplätze – und zwar nicht nur auf dem Papier.“

 

Der DGB fordert deshalb, das Speira-Gelände und weitere geeignete Standorte frühzeitig in eine gemeinsame regionale Industrie- und Gewerbeflächenstrategie einzubeziehen. „Wir brauchen endlich eine aktive Flächenpolitik, die Arbeitsplätze sichert, neue Industrie ansiedelt und vorhandene Infrastruktur wie Gleisanschlüsse erhält. Wer industrielle Arbeitsplätze in der Region halten und neue schaffen will, muss jetzt handeln.“

zurück