Und jährlich grüßt das Murmeltier …

DGB zum Equal Pay Day: Lohnlücke zwischen Frauen und Männern noch immer viel zu groß

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Ordnungsnummer 4

Dachzeile „Wie viele Jahrzehnte wollen wir das noch so durchziehen?“

„Jahr für Jahr für Jahr machen wir nicht nur am Equal Pay Day auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam, dennoch tut sich einfach nicht genug. Wie viele Jahrzehnte wollen wir das noch so durchziehen? Wie lange sollen Frauen noch benachteiligt werden? Wie viele Jahre sollen sie noch weniger verdienen als Männer, geringere Renten bekommen und stärker von Armut betroffen sein? Wir haben wirklich genug davon“, erklärt Judith Gövert, Geschäftsführerin der DGB-Region Köln-Bonn.

Zustimmung erntet sie von Janine Pollex, der Vorsitzenden der DGB Frauen. „Statt des Vorantreibens der Gleichstellung erleben wir aktuell eine unterirdische Debatte um den Sozialstaat. Das ist Klassenkampf von oben!“, erklärt Pollex und konkretisiert, „CDU und CSU rütteln am 8-Stunden-Tag sowie am Recht auf Teilzeit. Das geht völlig an der Realität der meisten Beschäftigten, aber vor allem an Frauen, vorbei. Das ist keine moderne Arbeitsmarktpolitik und erst recht keine Gleichstellungspolitik – das ist nicht mal wirtschaftlich sinnvoll. Wir haben die Nase voll!“

Laut statistischem Bundesamt verdienen Frauen in Deutschland durchschnittlich immer noch 16 Prozent weniger als Männer. Diese Zahl trifft auch für Nordrhein-Westfalen zu. Der Mittelwert der Staaten der europäischen Union liegt bei 12 Prozent.

Die Lohnlücke ist das Ergebnis struktureller Ungleichheit. Ursachen für den Gender Pay Gap sind, ungleich verteilte Sorgearbeit, die Teilzeitfalle, fehlende Betreuungsangebote für Kinder bis ins Schulalter sowie für Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Selbst bei gleicher Arbeit erhalten Frauen im Durchschnitt 6 Prozent weniger Lohn als Männer. „Das ist nichts anderes als Entgelt-Diskriminierung“, weiß Kerstin Packert, stellv. Vorsitzende der DGB Frauen und macht klar, „Ja, und jährlich grüßt das Murmeltier. Aber: Mit uns gibt es keine Ruhe, bis jede Frau bekommt, was ihr zusteht.“ 
 

Das fordern die DGB Frauen: 

Für mehr Gerechtigkeit auf dem Lohnzettel braucht es mehr Transparenz. Die EU hat dafür einen Rahmen vorgegeben, der bis Mitte 2026 auch in deutsches Recht umgesetzt werden muss.

Die DGB Frauen in der Region Köln-Bonn fordern die sofortige und vollständige Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht, dann sind die Arbeitgeber endlich in der Pflicht, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen, Benachteiligungen aufzudecken und sie zu beseitigen.

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