Der NRW-Arbeitsmarkt ist unter Druck. Was es jetzt braucht, analysiert unser Vorsitzender Thorben Albrecht:
„Die größte Herausforderung für den NRW-Arbeitsmarkt ist sicherlich die schwierige Lage unserer Industrie. In den Bereichen Stahl, Maschinenbau und Chemie ist der Abbau von zehntausenden Arbeitsplätzen geplant. Um NRW als Industriestandort zu erhalten und den Arbeitsplatzabbau zu stoppen, brauchen wir eine Politik, die für bezahlbare Energiepreise, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren und deutlich mehr Investitionen in unsere Infrastruktur sorgt. Von der NRW-Landesregierung erwarten wir eine aktivierende und schützende Industriepolitik. Noch fehlt es in NRW an einem Gesamtkonzept, um die Industrie zukunftsfest aufzustellen und in ein grünes Zeitalter zu überführen.
Ohne abgeschlossene Berufsausbildung steigt das Risiko, langzeitarbeitslos zu werden und zu bleiben, gewaltig. Deshalb dürfen Qualifizierungsmaßnahmen für geringqualifizierte Arbeitslose nicht beim Gabelstaplerführerschein enden, sondern müssen auf den Erwerb eines anerkannten Berufsabschlusses abzielen. Die Pläne der Bundesregierung, wieder allein auf eine schnelle Vermittlung von Langzeitarbeitslosen zu setzen anstatt sie beruflich zu qualifizieren, sind daher kurzsichtig und gehen in die völlig falsche Richtung. Auch in Unternehmen muss Weiterbildung einen deutlich höheren Stellenwert bekommen und sich an Beschäftigte aller Qualifikationsstufen richten. Bisher profitieren in vielen Betrieben vor allem hochqualifizierte Arbeitnehmer*innen von Weiterbildungsangeboten, das muss sich dringend ändern.