Thorben Albrecht zur Situation auf dem Arbeitsmarkt: Zu viele Potenziale bleiben ungenutzt

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„Grundsätzlich lassen wir auf dem NRW-Arbeitsmarkt zu viele Potenziale ungenutzt. Das gilt für Langzeitarbeitslose, aber auch für Jugendliche, die bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgehen oder für Frauen, die aufgrund fehlender Kinderbetreuung oder unflexibler Arbeitgeber daran gehindert werden, ihre volle Arbeitskraft einzubringen. Dabei ist doch offensichtlich: Wenn all die Menschen, die arbeiten wollen, auch die Möglichkeit dazu bekämen, wäre das nicht nur ein wichtiger Beitrag gegen den weiter bestehenden Fachkräftemangel, es würde auch unsere sozialen Sicherungssysteme erheblich stärken. Wir brauchen keine weiteren Debatten um Sozialabbau und Abschaffung des 8-Stundentages, wir brauchen Debatten darum, wie wir durch Investitionen und Innovationen unsere Wirtschaft wieder ans Laufen bekommen, tarifgebundene Arbeitsplätze schaffen und unsere Arbeitsmarktpolitik so gestalten, dass wirklich alle Menschen eine faire Chance bekommen“

 

Es ist gut, dass sich der Arbeitsminister daran gemacht hat, mehr Arbeitslose im SGB II-Bezug in Arbeit zu vermitteln. Die intensivere Zusammenarbeit mit Leistungsempfänger*innen und Unternehmen führt offensichtlich zu ersten Erfolgen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Bei diesen Menschen handelt es sich überwiegend um Arbeitslose, die verhältnismäßig leicht in den Arbeitsmarkt integrierbar sind. Das ist bei einem Großteil der Langzeitleistungsbeziehenden leider nicht der Fall, sie sind zum Beispiel aufgrund einer fehlenden beruflichen Qualifikation oder psychosozialer Probleme wesentlich schwerer vermittelbar. Auch diese Frauen und Männer brauchen aber eine faire Chance. Dabei helfen weder mehr Druck noch Leistungskürzungen, sondern auf sie zugeschnittene Betreuungs- und Qualifizierungsangebote, die zu selten zum Einsatz kommen. Wichtiger als eine schnelle Vermittlung muss sein, dass die Menschen langfristig in den Jobs bleiben und dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen.“

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