Gleichstellung jetzt umsetzen!

Gleiche Chancen für Frauen und Männer im Berufleben. Mit unserer Kampagne machen wir Druck!

Wir brauchen echte Gleichstellung. JETZT!

Es ist an der Zeit! Nicht gleich, sondern jetzt müssen Frauen die gleichen Chancen im Erwerbsleben bekommen wie Männer. Das passiert nicht von allein. In den letzten Jahren hat sich die Landesregierung in NRW zu wenig für die Existenzsicherung von Frauen eingesetzt. Ein altes Spiel: Gleichstellungspolitischen Vorhaben geht es als erstes an den Kragen, wenn andere Themen drängen. Und in den Betrieben und der Verwaltung werden Frauen noch viel zu selten als Fachkräftepotenzial anerkannt, geschweige denn die gleichen Chancen ermöglicht. Hinzu kommt das Erstarken von rechten Kräften, die sich für ein veraltetes Familien und Frauenbild einsetzen und Frauenrechte abbauen wollen.

Deswegen ist es höchste Zeit, die Erwerbsbeteiligung von Frauen ganz oben auf die Agenda zu setzen und die Verantwortlichen in Politik, Betrieben und Verwaltung zum Handeln zu bewegen. Mit unserer Kampagne setzen wir genau da an!

Frauen haben im Erwerbsleben die gleichen Chancen wie Männer? Die Realität sieht anders aus!
Wer glaubt, Frauen hätten im Erwerbsleben die gleichen Chancen wie Männer, muss sich mal mit unseren Kolleginnen aus den Betrieben und der Verwaltung austauschen. Sie berichten uns von Diskriminierung am Arbeitsplatz, weil sie die „Teilzeit-Mutti“ sind, von starren Arbeitszeiten und morgendlichen Krisensitzungen am Frühstückstisch, wenn die Kita verkürzt geöffnet hat. Das ist die Lebensrealität vieler Frauen in NRW. Wer Frauen als Fachkräfte will, darf die Augen davor nicht verschließen!
Anke Unger, stv. Vorstitzende des DGB NRW

Warum eine Kampagne?

Frauen haben in NRW nicht die gleichen Chancen wie Männer. Das ist Fakt! Der Datenreport hat ein umfassendes Bild geliefert, wie Frauen in NRW im Erwerbsleben benachteiligt werden. 

Aber: Wir haben es grundsätzlich mit einem Handlungs- statt mit einem Wissensdefizit zu tun. Der Koalitionsvertrag der Landesregierung wies neben großen Absichtserklärungen bereits gleichstellungspolitische Lücken auf. Und bislang hält sich die Regierung gleichstellungspolitisch zurück, betont aber gleichzeitig das große Fachkräftepotenzial von Frauen. Und auch die Arbeitgeber wollen das Erwerbspotenzial von Frauen nutzen, tun aber viel zu wenig dafür. Von Lippenbekenntnissen haben wir genug!

Unsere Forderungen für mehr Gleichstellung

 

Die Landesregierung und Arbeitgeber*innen müssen mehr für die Gleichstellung von Frauen und Männern tun. Wir rufen das Thema immer und immer wieder auf und fordern: 

  • Eine verlässliche Kinderbetreuungs- und Pflegeinfrastruktur. Trotz des stetigen Ausbaus von KiTa- und OGS-Plätzen stellt die Kinderbetreuung viele Eltern – und vor allem Mütter – vor riesige Herausforderungen, die endlich gelöst werden müssen. Darunter darf allerdings die Qualität nicht leiden: Das im Kinderbildungsgesetz geplante Kern- und Randzeiten-Modell sieht leider genau das vor und ist aus unserer Sicht daher der falsche Weg. Klar ist: Nur wenn Frauen ihre Kinder gut und zuverlässig betreut wissen, werden sie mit gutem Gewissen ihre Arbeitszeit aufstocken können.
  • Arbeitszeitmodelle, die zur jeweiligen Lebensphase passen. Viele Frauen geraten in der Familienphase in eine Teilzeitfalle, aus der sie ihr Berufsleben lang nicht mehr herausfinden. Anstatt die Abschaffung des Teilzeitanspruches zu diskutieren, sollten wir über ein echtes Aufstockungsrecht für Teilzeitbeschäftigte sprechen, das für alle gilt. Vielen Eltern würden zudem verkürzte Vollzeitmodelle von 30 oder 32 Stunden helfen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen – hier sind die Arbeitgeber gefragt, mehr solcher Arbeitszeitmodelle anzubieten.
  • Die Abschaffung von Minijobs. Sie bedeuten meist niedrige Löhne, fehlende soziale Absicherung und geringe Weiterbildungschancen. Minijobs müssen daher vom ersten Euro an sozialversicherungspflichtig werden.
  • Eine gerechtere Verteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit. Damit Väter stärker in die Verantwortung kommen, müssen Fehlanreize wie das Ehegattensplitting und die Steuerklasse V reformiert werden. Stattdessen sollte der Staat Anreize für eine partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit setzen. Wir unterstützen auch den Vorschlag der EU, eine zehntägige bezahlte Freistellung von Vätern nach der Geburt eines Kindes einzuführen.
  • Eine Stärkung der Tarifbindung. Tarifverträge fördern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zudem verdienen Frauen mit Tarifvertrag mehr als ohne. Daher sind Ansätze wie das Tariftreuegesetz NRW Schritte in die richtige Richtung, auch wenn dort sicherlich noch Nachbesserungsbedarf besteht.
  • Vereinbarkeitslots*innen in Betrieben und Verwaltungen, die helfen, die Unternehmenskultur familienfreundlicher zu gestalten und Beschäftigte bei Vereinbarkeitsthemen zu unterstützen. Das Land NRW fördert ähnliche Modelle bereits im Bereich Pflege und Beruf.
  • Die Aufwertung von frauendominierten Berufen. Besonders soziale Berufe brauchen attraktivere Rahmenbedingungen und höhere Löhne. In Branchen wie dem Einzelhandel oder der Gastronomie werden häufig nur Minijobs oder Teilzeitbeschäftigungen angeboten und eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen so verhindert – mit solchen Geschäftsmodellen muss Schluss endlich sein.

 

Das sind einige wichtige Stellschrauben, an denen Politik und Arbeitgeber drehen müssen, damit Frauen ihre Fähigkeiten voll einbringen können – und dafür auch fair bezahlt werden.

Was macht die Kampagne?

Druck ausüben! Auf politische Entscheider*innen und auf Arbeitgeber*innen. Und das in der Fläche. Das heißt wir konfrontieren Politiker*innen nicht nur auf Landesebene mit unseren Forderungen, sondern auch in den Kommunen. Und wenn wir auf Arbeitgeber*innen treffen, erinnern wir sie an ihr Frauenpotenzial in ihren Betrieben. 

Wir geben Frauen eine Stimme und zeigen Gesicht – auf Kundgebungen, Demonstrationen, bei politischen Aktionen und mit unserer Öffentlichkeitsarbeit. Wir vertreten die Arbeitnehmer*innenrechte im politischen Diskurs und stärken dafür unsere Gewerkschaftskolleg*innen mit Hintergrundinfos und Materialien. Gemeinsam geht mehr! 

Situation von Frauen auf dem NRW-Arbeitsmarkt

Datenreport: Gleichstellung? Jetzt umsetzen!

Im Vorfeld des Internationalen Frauentages 2026 hat der DGB NRW einen Datenreport zur Lage von Frauen auf dem NRW-Arbeitsmarkt vorgestellt. Grundlage des Reports sind verfügbare statistische Daten, die das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule im Auftrag des DGB NRW zusammengestellt und ausgewertet hat.

Mehr lesen

Der politische Wille muss her! Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann besser gelingen

Stellungnahme des DGB NRW zu einem Antrag der SPD-Fraktion im April 2026

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nimmt eine zentrale Schlüsselfunktion ein, wenn es darum geht, Frauen eine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu ermöglichen. Jedoch hat sich die Situation vieler Familien in NRW verschlechtert und vor allem Frauen leiden unter einer Zerreisprobe. Anstatt auf diese Entwicklungen zu reagieren, werden bestehende Arbeitnehmer*innenrechte angegriffen. Das führt nicht zu einer besseren Vereinbarkeit, sondern sorgt für mehr Verfügbarkeit, schlechtere Planbarkeit und einer Zunahme an ungleich verteilter Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern. In unserer Stellungnahme zu einem SPD-Antrag zeigen wir, was für eine bessere Vereinbarkeit politisch getan werden muss. Jetzt fehlt es nur noch an einem politischen Willen!  

Hier geht es zur vollständigen Stellungnahme

Kampagnen-GIFs für Instagram

Passend zur Kampagne haben wir auch GIFs für Instagram erstellt, die ihr gerne in euren Storys nutzen könnt. Sucht dabei einfach nach „Gleichstellungjetzt“ und nutzt die Motive. 

Unsere Ansprechpartnerin

Mareike Richter

Arbeitsmarktpolitik, Frauen, Gleichstellungs- und Familienpolitik