Mehr Ausbildungsplätze schaffen – DGB NRW fordert umlagefinanzierten Zukunftsfonds Ausbildung
Der DGB NRW fordert die Landesregierung auf, mit einem umlagefinanzierten Zukunftsfonds Ausbildung für mehr Ausbildungsplätze in NRW zu sorgen. Thorben Albrecht, Vorsitzender des DGB NRW, und Prof. Dr. Gerhard Bosch, Senior Professor am Institut Arbeit und Qualifikation der Uni Duis-burg-Essen, stellten heute ein Konzept dazu vor.
„Die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist dramatisch“, begründete Albrecht die Notwendigkeit eines solchen Fonds. „Mehr als jeder fünfte junge Mensch zwischen 20 bis 34 Jahren verbleibt in NRW dauerhaft ohne Berufsabschluss.“ Ein wichtiger Grund für diese Misere sei der Mangel an Ausbildungsplätzen. „Nur noch jedes fünfte Unternehmen in NRW bildet aus, das ist zu wenig.“ Es brauche dringend neue politische Instrumente, um die Ausbildungsbeteiligung der Unternehmen wieder zu erhöhen, so Albrecht weiter. „Ein Zukunftsfonds Ausbildung würde Unternehmen unterstützen und motivieren, endlich mehr Ausbildungsplätze bereitzustellen und die Ausbildungskosten zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenden Betrieben gerechter verteilen.“ In der Pflege und im Bauhauptgewerbe habe man bereits sehr gute Erfahrungen mit umlagefinanzierten Ausbildungsfonds gemacht.
Das von Prof. Bosch vorgelegte Konzept schlägt vor, dass alle Betriebe in NRW einen Beitrag in den Zukunftsfonds einzahlen, der 0,5 Prozent der Bruttolohnsumme ihrer Beschäftigten entspricht. Ausgenommen sind nur Branchen, die bereits umlagepflichtig sind, sowie Branchen, die überwiegend schulisch ausbilden. Betriebe, die Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, bekommen dann jährlich 5.000 Euro pro Azubi aus dem Fonds zurückgezahlt. Geld, das anschließend noch im Fonds übrigbleibt, könnte für Maßnahmen genutzt werden, die die betriebliche und überbetriebliche Ausbildung stärken und verbessern. „Damit Nordrhein-Westfalen auch morgen über ausreichend Fachkräfte verfügt, braucht es heute neue Investitionen in Ausbildung“, erklärte Prof. Bosch. „Ein Zukunftsfonds Ausbildung kann dafür den entscheidenden Impuls geben. Er soll dazu beitragen, allen jungen Menschen in Nordrhein-Westfalen den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Berufs-ausbildung zu ermöglichen und zugleich die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe nachhaltig zu stärken.“
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